Wie alles begann
Im August 2017 adoptierte ich einen grossen, alten und ziemlich wilden Hund direkt aus einem ungarischen Tierheim. Ich fand diese Aktion selber total unvernünftig und gewagt, aber ich konnte nicht anders. Mein Bauchgefühl sollte recht behalten (siehe Thurso, mit dem alles begann). Als dann mit Thurso auch noch alles so überraschend gut lief wusste ich dass ich mehr tun wollte. Wenn selbst aus einem solch hoffnungslosen Fall wie ihm ein Happyend werden konnte, dann mit allen anderen Hunden erst recht! So entschied ich mich, Pflegestelle für ausländische Hunde zu werden. Der Sinn dabei ist, dass ich Hunde aus dem Tierschutz bei mir aufnehme um sie in einem ersten Schritt aufzupäppeln und sie an unsere Lebensumstände in der Schweiz zu gewöhnen. Darüber hinaus können Interessenten die Hunde besuchen und kennenlernen. Diese Aufgabe erfüllt mich sehr und ich freue mich über unsere Gäste, die kommen und gehen, auch wenn der Abschied jeweils schwerfällt. Wie im Tierschutz üblich ist auch diese Arbeit ehrenamtlich.
Warum müssen es Hunde aus dem Ausland sein?
Sind unsere Tierheime nicht schon voll genug mit Hunden?
Berechtigte Fragen. Meine Antwort darauf ist, dass die soziale und behördliche Kontrolle betreffend Hunde in der Schweiz gut funktioniert. Wir kennen keine Strassenhunde, Kettenhunde sind verboten. Selten findet man ausgesetzte Welpen und alte Hunde auszusetzen wagt hier zulande kaum jemand. Der Besitzer kann zurückverfolgt werden. Die Tierheime sind gepflegt, gut ausgerüstet und stehen meistens auch finanziell solide da. Für jedes Abgabetier wird eine Gebühr verlangt. Ist das Tierheim voll gibt es einen Aufnahmestopp und eine Warteliste.
In vielen Ländern ist das pure Gegenteil in allen oben erwähnten Punkten der Fall. Niemand würde jemals eine Gebühr bezahlen um ein Tier in einem Tierheim abgeben zu können. Viele Tierheime sind in einem katastrophalen Zustand. In Italien gibt es Orte, wo einfach Käfige übereinander gestapelt werden wenn kein Platz mehr ist. Mit Hunden drin...Diese Tiere haben ohne Unterstützung aus dem Ausland schlicht keine Chance. Darüber hinaus ist für mich der Strassenhund die beste Rasse der Welt. ;-)
By the way: Am Ursprung des Übels können wir so natürlich nichts ändern, das ist klar. Das ist nur politisch lösbar und mit der menschlichen Einsicht, dass alle Lebewesen das Recht auf eine würdige Existenz haben.
Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Ungarn kommen die aktuellen Pflegehunde seit 2022 aus Sizilien. Der Austausch ist persönlich, direkt und auf Deutsch, was sehr hilfreich ist. Die Hunde werden korrekt über den Tierschutzverein www.cani-siciliani.ch eingeführt.
Simone Gloor | FBA Hundebetreuerin
Heusbergstrasse 54, 8607 Aathal-Seegräben
043 928 07 40
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